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[Meta] Schreibblockade

Wer kennt es nicht: Man sitzt vor seinem Laptop, seinem Block Papier und entweder starrt er dich leer und vorwurfsvoll an, oder dann weigert sich dein Verstand/deine Muse schlichtweg einen sinnvollen Satz von sich zu geben. Man könnte einen Handstand machen oder die Wände hochgehen, es nützt alles nichts. Ein verzweifelter Schrei nach „Schreibblockade“ ist die Folge.

Ich bin der Ansicht, dass die Schreibblockade oft nichts mehr ist als eine Ausrede. Es klingt so schön schriftstellerisch, wenn man als Amateur-Autor von einer „Schreibblockade“ sprechen kann. Es erfüllt vielleicht sogar mit Stolz, dass es einem nun so geht, wie den ganz Grossen.

Aber eine Schreibblockade ist (in 99% der Fälle) gehobelter Unsinn. Sie ist der Versuch die eigene Unfähigkeit oder Faulheit oder Trägheit jemand anderem als sich selber unterzujubeln. Es läuft darauf hinaus, dass man sich sagt: „Nicht ich bin schuld, sondern die Schreibblockade“ und das ist Unsinn.

Meiner Meinung nach sollte man den Begriff „Schreibblockade“ aus seinem Wortschatz streichen oder noch besser: verbannen. Denn sie hilft nichts und bringt nichts und ist eine reichhaltige Quelle für Frustration und Selbstzweifel. Und dabei verschwendet man Energie und Zeit, die man besser für anderes, Sinnvolleres verwenden sollte.

Wie stellt man das nun an?
Das ist einfach. Eine Schreibblockade entsteht, wenn das Unterbewusstsein etwas mitteilen möchte bzw. meistens ist das Unterbewusstsein mit etwas nicht einverstanden und legt sein Veto ein.
Ich hatte mal das Problem, dass ich meine Handlung relativ gut vorangetrieben hatte, aber irgendwann war ich an einen Punkt gelangt, wo ich einfach nicht mehr weiter wusste. Ich hatte lange gebraucht, aber irgendwann ist mir aufgefallen, dass ich meine Figuren viel zu vage charakterisiert und ausformuliert hatte und dadurch gar nicht wusste, wer, was, mit welchen Motiven getan hat, tut und tun will. Ich verstehe es so, dass mir mein Unterbewusstsein mitteilen wollte, dass ich mich verdammt nochmal endlich mit den Figuren auseinandersetze, statt mich stur an den Handlungsbogen zu halten.
Zuvor waren meine Figuren sehr austauschbar gewesen. Sie sprachen fast alle gleich, hatten dieselben Gedanken und Ansichten etc. Mir ist nichts anderes übrig geblieben, als auf mein Unterbewusstsein zu hören und die grosse Überarbeitung in Angriff zu nehmen. Und jetzt bin ich froh drum, dass ich es gemacht habe.
Ich nehme an, dass ich mich lange unbewusst davor gesträubt hatte, weil es viel Arbeit war (und ist) und ich mir diese Arbeit nicht aufhalsen wollte. Aber eben; letztlich war die Überlegung falsch.

Was ich sagen möchte: Meine damalige Lage als „Schreibblockade“ zu bezeichnen, hat mir überhaupt nichts gebracht. Stattdessen habe ich all meine Sinne geöffnet und mir überlegt, was für grundsätzliche Probleme mich beschäftigen. Es kann etwas rein Schreibhandwerkliches sein, aber auch ein Problem in der Familie, in der Wohnung, bei der Arbeit.
Wenn es nicht mehr weitergeht, dann denke an das Veto deines Unterbewusstseins. Es möchte dir etwas mitteilen. Hör auf dein Unterbewusstsein!

~raVen Vega

An dieser Stelle sei noch Andreas Eschbach erwähnt, von dessen Website ich den Anstoss zu meiner Überlegung erhalten habe. Leider ist der entsprechende Beitrag noch nicht wieder aufgeschaltet worden auf der neuen Homepage.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://ravenport.ch/2009/09/schreibblockade/

1 Kommentar

  1. Marlies

    Was ich sagen möchte
    ist ganz schlichte
    dass ich noch viel Hilfe brauche
    damit ich auch etwas tauge
    dennoch danke ich dafür
    dass man dafür hat ein feines Gespür
    nicht dass ich etwa traurig bin
    denn irgendwann bekomm ich auch das noch hin
    wie bisher geschehen
    werd ich Beizeiten auf die richtige Seite gehn
    wie oben schon erwähnt
    lässt mich das Unterbewusstsein nicht im Regen stehn

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