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[NaNoWriMo] Woche 2 – Plotlines und Tagträume

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Baustelle!
© CraneBlogger
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Die 25‘000 Wörter sind geknackt!
Jetzt nur nochmals genau so viel, und ich habe den Nano überstanden. Aber dann geht die Schreibarbeit erst richtig los.
 
Ich hatte anfangs November bereits geschrieben, dass den Nano für meine Romanplanung, fürs Plotten missbrauche und ich unkonventioneller herangehe als die meisten anderen Teilnehmer. Zum einen habe ich Handlungsrahmen, Charakter-Entwicklungen, Romantischer Plot von allen möglichen Figuren und Handlungstragenden Elementen erstellt und zum anderen – weil ich manchmal Mühe hatte, auf die 1667 Wörter zu kommen – habe ich begonnen, bestimmte Szenen oder Orte schreiberisch zu erkunden.
 
Zum Beispiel spielen einige Szenen in einer Kurklinik im Schwarzwald. Vor dem Nano wusste ich nur, dass es die Klinik gab und was dort in etwa geschehen wird. Aber wie sie ausschaut …
Also habe ich kurzerhand eine Figur namens Hélène erschaffen, die überhaupt nichts mit dem Roman zu tun hat, aber daran interessiert ist, die Klinik anzusehen, als gäbe es sie wirklich. Hélène sucht einen geeigneten Ort, wo ihr Mann nach einem Burnout seine Kräfte wieder erlangt. Wegen des guten Rufs der Klinik ist Hélène darauf aufmerksam geworden und hingefahren, um sie in Augenschein zu nehmen.

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Ja, ich bin kein guter Zeichner, aber es ist eine gute Orientierungshilfe
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Ich habe dann aus dem Stegreif die Klinik aus dem Ärmel geschüttelt, dabei zugesehen, wie sie beim Schreibprozess immer mehr Gestalt annahm. Sie entstand dort, wo Hélène mit ihrem Blick drüber schweifte. Fast wie in einem Traum, wo der Verstand laufend die Umgebung aufbaut, je nachdem, wo man sich als Träumer hinbegibt, was man ansehen will.
 
Ein bewusster Tagtraum gewissermassen, ein Luzidtraum. Ohne diese Nebenarbeit, die wortwörtlich nie in den Roman einfliessen wird, wüsste ich jetzt nicht, wie die Klinik aufgebaut ist.
Natürlich habe ich dann die Gelegenheit gleich genutzt und es so arrangiert, dass Hélène der einen oder anderen Figur über den Weg läuft, die sich oft in der Klinik aufhalten. Sie kam mit diesen Figuren ins Gespräch und ich war gezwungen, sie zu beschreiben, wodurch ich sofort mehr über die Figur erfahren hatte.
 
Dieses Tagträumen ist meine Erkenntnis der Woche und ich kann ich allen Schreibenden sehr ans Herz legen.

Plotgerüst

Ich bin an einem Punkt angelangt, wo die Plotlines weitgehend gesättigt sind, aber noch für sich alleine stehen. Von der Hauptfigur habe ich mehrere Plotlines (Handlungs-, Charakterentwicklungs-, Romantischer Plot) von anderen wichtigen Figuren Handlung- und Charakterisierungsplot oder eine kombinierte Plotline.

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Neun A4-Seiten zusammengepappt und die Plotlines gegenübergestellt.
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Heute habe ich es gewagt, alle Plotlines zusammenzuführen und auf einer grossen Tabelle gegenüberzustellen. Weil ich nur auf einem Netbook arbeite und dort die Übersicht nach kürzester Zeit flöten gehen würde, habe ich die Tabelle ganz altmodisch aus Papier hergestellt.
Dann habe ich meinen Plotlines gemäss Punkt für Punkt auf PostIts geschrieben und auf die entsprechende vertikale Plotline-Spalte gelegt, damit ich sie beim Positionieren später auch noch umstellen kann. Die Ereignisse der PostIts, die sich horizontal auf gleicher Höhe befinden, geschehen zur selben Zeit. Die Farben der PostIts geben Aufschluss über die Zusammengehörigkeit der entsprechenden Figuren.
 
Ich bin noch nicht ganz fertig, bin bei etwa zwei Dritteln, aber mir gefällt, wie es sich entwickelt. Ich habe nun endlich eine Gesamtübersicht, blicke allmählich durch, wie die einzelnen Sequenzen, Szenen und Entwicklungen ineinandergreifen. Zudem ist mir aufgefallen, dass ich zum ersten Mal seit langem den Roman vollständig im Kopf habe. Dadurch, dass ich jetzt alles zentral auf einem riesigen Stück Papier habe, habe ich auch Ordnung in meinem Kopf geschaffen. Alle weiteren Schritte werden nun viel leichter von der Hand gehen.
 
Und nicht mehr lange, und ich werde mich ENDLICH wieder voll aufs Niederschreiben stürzen können.

Ausblick

Bis auf den 4.11., wo ich etwas spät dran gewesen war, habe ich den Soll täglich erfüllt. Ziel ist es, so weiter zu machen und nicht nachzulassen. Das Plotgerüst möchte ich die nächsten Tage fertigstellen, es wird wohl noch ein oder zwei Tage in Anspruch nehmen. Dann stelle ich mir die unausgearbeiteten Lokalitäten zusammen, die meine Protagonisten besuchen werden, und werde sie – ähnlich wie die Klinik – erkunden und erforschen, um dann bereit für den grossen Niederschreibmarathon zu sein.
 
~ Dani Vega

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