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[Rezi] Der Mann, der nicht geboren wurde – Tobias O. Meißner

Es folgt die Rezi zu Der Mann, der nicht geboren wurde, dem Teil fünf der Serie „Im Zeichen des Mammuts“ von Tobias O. Meißner. Um niemandem zu viel zu verraten, der die vorangegangenen Teile noch nicht kennt, verweise ich auf die Rezis der Teile eins, drei und vier auf meinem Blog.

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Cover zu „Der Mann, der nicht geboren wurde“
Teil 5 der Serie „Im Zeichen des Mammuts“

Von den Strapazen der vergangenen Wochen im Thostwald gezeichnet, kehren Bestar und die dazugestossene Waldläuferin Tjarka nach Warchaim zurück. Eljazokad mussten sie in der Obhut einer Heilerin zurücklassen, bis er wieder reisetüchtig ist. Doch leider wird er Warchaim niemals wiedersehen.
In Warchaim ist Rodraeg endlich wieder aus seinem Nahtodkoma erwacht und zusammen mit dem jungen Caijin eifrig darum besorgt, alles für Naenns Niederkunft vorzubereiten. Doch obwohl eine Schwangerschaft bei Schmetterlingsmenschen nicht anders abläuft als bei einem Menschen, ist Naenns Fall ein aussergewöhnlicher. In ihr reift ein Wesen heran, das neben ihrem mensch- und schmetterlingsmenschlichen Erbe noch weitere in sich vereint. Da klopft der magisch begabte Schmetterlingsmann Estéron vom Kreis genau im richtigen Moment an die Tür, um seine Kräfte zur Verfügung zu stellen.
Doch für Erleichterung bleibt keine Zeit. Mysteriöse Mordfälle versetzen Warchaim in Aufruhr. Obwohl das Mammut selber eine Morddrohung mit der Unterschrift „DMDNGW“ erhält, gelten Rodraeg und seine Mitstreiter bald als Hauptverdächtige und werden von der Stadtwache argwöhnisch beobachtet. Das Mammut muss seine Unschuld beweisen, doch der mysteriöse DMDNGW ist ihm immer einen Schritt voraus …

strong>Der Mann, der nicht geboren wurde hat die Form eines Krimis. Rodraeg, Bestar, Tjarka und der junge Hausverwalter Cajin lassen sich von den falschen Anschuldigungen der Wache und den furchteinflössenden Drohungen von DMDNGW nicht einschüchtern und versuchen, den erkaltenden Spuren der Morde auf den Grund zu gehen.
Die vorangegangenen Teil weisen zwar auch schon Krimi-Elemente auf, z.B. Teil 2 in der Hafenstadt Wandry, aber beim Mann, der nicht geboren wurde wird wie eine Lupe über das bereits bekannte Warchaim gehalten: Im Laufe der Romane bekommt man immer mal wieder etwas vom Städtchen mit, aber erst hier im fünften Teil wird Warchaim richtig greifbar.
Der fünfte Teil der Serie ist somit ganz dem Heimatsort des Mammuts gewidmet. Ich hätte nicht gedacht, dass man dem kleinen Städtchen einen ganzen Roman widmen konnte, aber offensichtlich kann man es – und Meißner macht das souverän. Der Spannungsbogen bricht an keiner Stelle ein, man fiebert mit und man blättert und blättert und blättert. Zum Glück hatte ich anschliessend gleich Teil 6 zur Hand, um mir noch eine Dosis Mammut zu verpassen.

Fazit: Eigentlich bin ich kein Fan von Krimis, aber interessanterweise im Zusammenhang mit Fantasy und insbesondere mit dem Mammut bin ich es. Der Mann, der nicht geboren wurde besticht wie schon seine Prequels von einem eigentümlichen Realismus. Das Städtchen Warchaim erwacht zum Leben. Man hat nicht das Gefühl, die Protagonisten gehen von A nach B und das Setting drumherum dient einzig dem Zweck, die Szenen auszugestalten. Nein, das Mammut ist nur ein winziger Teil in einem lebendigen, lebhaften Gewebe von Menschen, von ihrem Alltag, ihren Aufgaben und Ängsten. Es unterscheidet sich nur dadurch von den übrigen Bewohnern des Kontinents, dass es mir als Leser stärker ans Herz gewachsen ist.
Ein weiteres grosses Lob an Tobias O. Meißner für die gebotenen erstklassigen Lesestunden!

Sprache / Stil: 9/10
Figuren: 9/10
Handlung: 10/10
Schlusswertung: 9/10 Punkte

~ Dani Vega

Der Mann, der nicht geboren wurde..
Im Zeichen des Mammuts 5.
Von Tobias O. Meißner
Bei Piper, 2009. 368 Seiten
ISBN: 978-3-492-26665-9

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