Kategorienarchiv: Palahniuk

Romane, die von Chuck Palahniuk geschrieben worden sind und durch seinen eigentümlichen Stil ein eigenes Genre verdienen.

[Rezi] Snuff – Chuck Palahniuk

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Cover zu „Snuff“

Ich möchte darauf hinweisen, dass die Inhaltsangabe und die ganze Rezension von einem Buch handelt, dessen Hauptthema die Pornografie ist. Solltest du ein Problem damit haben, bitte ich dich, zu überlegen, ob du weiterlesen möchtest.
 
Cassie Wright, eine alternde Pornodarstellerin will sich mit einem grossen Knall aus ihrem Business verabschieden. Ein letztes Aufbäumen, bevor ihre Karriere von sich aus zugrunde geht. Der Weltrekord des Pornofilms einer Frau mit den meisten Männern nacheinander liegt bei einigen hundert. Cassie will den Rekord mit 600 Männern an einem Drehtag brechen.
 
Am Set von World Whore III finden sich die 600 Männer ein, zusammengepfercht, nur in Boxershorts und mit Zahlen auf ihren Oberarmen, damit Cassies Assisstentin Sheila sie schnell identifizieren und für einen geordneten Ablauf sorgen kann
 
Während die Anwesenden wie bei der Poststelle warten, bis ihre Nummer aufgerufen wird, kommen drei der Männer mit Sheila und untereinander ins Gespräch. Nr. 72: ein junger Naivling, der glaubt, Cassies verschollener Sohn zu sein; Nr. 137: ein ausgemusterter TV-Detektiv und für sein Empfinden Cassies grösster Fan und Nr. 600: ein Mann vom Business, ein alter Arbeitskollege von Cassie.
 
Unter der der stickigen Atmosphäre von Chips, Popcorn, Süssigkeiten, Deodorants, Body-Lotions, After Shaves und Bräunungscremen stossen die Vergangenheiten Sheilas und der drei Männer zusammen. In ungezwungenen, oberflächlichen Gesprächen kommen nach und nach Lebens- und Leidensgeschichten zum Vorschein, die die Erzählenden viel zu lange nur für sich behalten hatten.

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[Rezi] Die Kolonie – Chuck Palahniuk

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Cover zu „Die Kolonie“

Schriftsteller, Lyriker, Drehbuchautoren, Frauen wie Männer, erhalten ein einmaliges Angebot. Drei Monate lang sollen sie sich in einem Gebäude aufhalten, völlig isoliert von der Aussenwelt, ohne externe Beeinflussung oder Ruhestörung.
 
Die Auflage: Ein Werk zu schaffen, das mindestens so nachhaltig sein wird wie Frankenstein oder Dracula, die aus einem ähnlichen Experiment hervorgegangen sind, als sich Lord Byron, Percy und Mary Shelley am Genfersee in ihre Villa eingesperrt hatten.
 
Für welchen Autor klingt das nicht verlockend?
 
Doch wie könnte es anders sein. Nach ein paar Tagen durchbrechen Sensationsgeilheit und Konkurrenzkampf die gewünschte Idylle und die Teilnehmer versuchen sich gegenseitig in quotenbringenden Grausamkeiten zu überbieten. Die Heizung, die Toilette und das Essen zu sabotieren ist nur der Anfang. Selbstverstümmelung und Kannibalismus folgen wenig später …

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[Rezi] Lullaby – Chuck Palahniuk

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Cover zu „Lullaby“

Für Carl Streator gibt es nichts Schlimmeres, als Abends von der Redaktion nach Hause zu kommen und mitanhören zu müssen wie sich seine Nachbarn über, neben und unter ihm sich gegenseitig in Lautstärke zu übertreffen versuchen. Die eine hört ihre Spielshow in voller Lautstärke, damit sie das lauthalse Telefon des anderen überdeckt, während ein dritter seine Stereoanlage aufdreht um eine satte Geräuschkulisse um sich zu haben.
 
Es scheint Carls Schicksal zu sein, dass gerade er bei seinen Recherchen für die Zeitung in den Kinderzimmern verstorbener Kinder jedes Mal ein Liederbuch findet, aufgeschlagen auf Seite 27. Er erzählt seinem Boss von dem Lied auf Seite 27, trägt es ihm vor. Als sein Boss am nächsten Morgen nicht im Büro erscheint und nicht erreicht werden kann, ist es Carl etwas mulmig zumute. Die darauffolgenden Tage bringt er mehr oder weniger unfreiwillig diverse Leute um, weil ihm das Lied nicht mehr aus dem Kopf will, da entscheidet er sich, alle Exemplare dieses ungeheuerlichen Liedes zu suchen und zu vernichten.
 
Auf seiner Reise trifft er auf die Immobilienmaklerin Helen Boover Boyle, die das Lied ebenfalls kennt. Zusammen mit ihr, ihrer Sekretärin Mona, ein Alternativ-Hippie mit Hang zum Okkultismus, und deren Freund Oyster, ein Ökoterrorist, suchen sie die letzten verbliebenen Ausgaben des Schlafliedes, um dieser unberechenbaren Macht Einhalt zu gebieten …

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[Rezi] Fratze – Chuck Palahniuk

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Cover zu „Fratze“

Shannon McFarland hat alles, was man sich als Frau mit einem gesegneten Körper wünschen kann: Sie ist im Monatstakt auf allen Hochglanzmagazinen abgelichtet, hat einen 1a-Beau als Freund und die beste Beste Freundin, die man sich vorstellen kann.  
Bis zu ihrem Unfall … Sie ist alleine im Auto und wird angeschossen. Der ganze Unterkiefer ist weg. Haut, Muskeln, Zähne, Knochen. Alles. Sie schafft es mit eigener Kraft ins Krankenhaus und wird sofort behandelt, aber ihr Gesicht kann nicht mehr gerettet werden.
 
Während Shannon genest, beginnt sie erst zu begreifen, was ihre Entstellung für sie bedeuten wird. Nichts mehr mit Hochglanzmagazinen. Ihr Freund, ihre beste Freundin können ihr kaum noch ins Gesicht schauen und besuchen sie immer seltener. Selbst der dünne Strohhalm, Hand- oder Fussmodel zu werden, reisst, dabei ist Shannon doch nur knapp eine Konfektionsgrösse neben der Norm.
 
Im Krankenhaus trifft sie irgendwann Brandy Alexander. Brandy, die Drag Queen Supreme, steht einen Schritt davor, eine echte Frau zu werden. Brandy ist die einzige, die Shannon zuhört – die liest, was sie schreibt, Shannon kann ja nicht mehr sprechen – und sich nicht nach kurzer Zeit angeekelt von ihr abwendet. Brandy offenbart ihr, dass die Entstellung nicht eine Bürde ist, sondern eine Befreiung. Sie kann nun tun und lassen wie sie will, kann sein, wer immer sie sein will. Brandy gibt ihr eine neue Vergangenheit, eine neue Identität. Was zählt ist allein der Blick nach vorne.
 
Shannon beginnt es einzusehen. Aber insgeheim schmiedet sie Rachepläne auf die scheinheiligen, oberflächlichen Menschen ihres früheren Lebens …

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[Rezi] Stranger Than Fiction – Chuck Palahniuk

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Cover zu „Stranger Than Fiction“

Stranger Than Fiction ist kein gewöhnlicher Palahniuk-Roman. Es ist eine Sammlung von kurzen, teils längeren Aufsätze über Menschengruppen, Einzelpersonen und Palahniuk selbst, die er im Laufe seiner Schriftstellerkarriere neben seinen Romanen gesammelt hat, die aber deswegen nicht weniger interessant sind. Im Gegenteil:

Gruppenbilder

Demolition Derbys mit Mähdreschern und das Zerstören und Reparieren; Ringer und ihr geringer sozialer Status; ein Hundekostüm und die Paranoia vor dem Unbekannten; Schlösser aus Stein, Muskelschmalz und Schweiss; das U-Boot, die Isolation und Tabus.
Palahniuk sucht nach Menschengruppen mit gleichen Zielen, gleichen Träumen, Menschen die sich nicht kennen, die womöglich ganz andere Ansichten und Einstellungen haben, aber an gleichen Orten verkehren.

Porträts

Andrew Sullivan, der konservative Homosexuelle, Marilyn Manson, der stilisierte Mittelpunkt allem Bösen dieser Welt aus Überzeugung, Michelle Keating und die Leichenhunde in Honduras.
Mit gnadenloser Feinfühligkeit beschreibt Palahniuk seine Interviewpartner. Meistens sind es alltägliche Szenen, zuhause, in den vertrauten vier Wänden des Interviewten, aber Palahniuk zieht alle Register seiner Kunst, indem er Erzählung mit Szene verflechtet wie in seinen Romanen. So legt Marilyn Manson ein Tarotspiel auf den Tisch. Jede Karte steht für einen Abschnitt in seiner Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft. Jede Karte eine Geschichte.

Persönliches

Palahniuk als Hospizbetreuer; Palahniuk über den wahr gewordenen Traum jedes Schriftstellers und wie er in Realität doch ganz anders ist; Palahniuk und das Leben auf dem aktiven Vulkan des Lebens.
Tod im Alltag, die Arbeit, Träume. Diese und viele andere Themen behandelt Palahniuk im dritten Teil der Anthologie und legt den Fokus aus sein eigenes Leben, seine persönlichen Erfahrungen.

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[Kurzrezi] Das letzte Protokoll – Chuck Palahniuk

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Cover zu „Das Letzte Protokoll“

Unheimliches geschieht auf der Insel Waytansea. Die Welt scheint buchstäblich aus den Fugen geraten zu sein, denn Mauern tauchen auf, wo Türen sein sollten, Räume verschwinden und in Wände geritzte Prophezeiungen drohen jedem, der einen Fuß auf die Insel setzt, mit dem Tod. Für Misty Wilmot kommt diese Warnung jedoch zu spät. Wahnvorstellungen über ihren herannahenden Tod suchen sie heim, die Misty minutiös protokolliert. Und sie malt: Geradezu obsessiv zeichnet sie Bild um Bild, bis sie plötzlich begreift, dass sie das Opfer einer grausamen Verschwörung ist …
(Quelle)

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[Rezi] Flug 2039 – Chuck Palahniuk

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Cover zu „Flug 2039“

Er scheint ein ganz normales Leben zu führen: Tender Brenson arbeitet tagsüber als Hausdiener, und nachts übt er sich in telefonischer Seelsorge. Doch er ist der Letzte seiner Art, der letzte Überlebende einer strenggläubigen, kultischen Gemeinde, die kollektiven Selbstmord verübt hat. Allerdings scheint jemand bei manchem Mitglied etwas nachgeholfen zu haben, und auch Brensons Stunden sind gezählt …
(Quelle)

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[Rezi] Der Simulant – Chuck Palahniuk

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Cover zu „Der Simulant“

Victor Mancini hat es nicht einfach im Leben. Er hat wegen seiner pflegebedürftigen Mutter das Medizinstudium abbrechen müssen, ist sexsüchtig und arbeitet unmotiviert als Schausteller in einem dem 18. Jahrhundert nachempfundenen Schaudorf . Leider reicht der Lohn von 1734 bei weitem nicht aus, um für seinen Lebensunterhalt UND für die Pflegekosten seiner Mutter aufzukommen, was ihn zu einer geistreichen Verzweiflungstaktik veranlasst hat …
 
Immer wenn Victor mit seinem einzigen Freund Denny im Restaurant essen geht, isst Victor irgendwann während dem Hauptgang absichtlich zu schnell oder schluckt einen zu grossen Brocken, dass ihm das Essen im Rachen steckenbleibt. Er braucht nicht den Erstickenden zu mimen, da er tatsächlich sterben könnte, aber bisher hat sich noch immer ein barmherziger Samariter gefunden, der ihn vor dem Erstickungstod bewahrt.
 
Diese hilfsbereiten Menschen werden mit einem Schlag zu Helden. Sie geniessen die Bewunderung des ganzen Restaurants und fühlen sich wie ein grosser Bruder, eine grosse Schwester für Victor verantwortlich. Mit flehenden Briefen erbettelt sich Victor später dann Geld von ihnen, das zusammen mit seinem Lohn gerade so ausreicht.
 
Eines Tages erklärt ihm Dr. Marshall, dass es mit dem geistigen Zustand von Victors Mutter bergab geht. Ida Mancini erkennt ihren Sohn schon lange nicht mehr und nun lässt ihre Demenz sie auch noch alles Mögliche vergessen; zum Beispiel wie man schluckt. Sie nimmt kaum mehr Nahrung zu sich und wird von Besuch zu Besuch immer schwächer und dünner. Doch die entsprechenden Massnahmen kosten und würden Victor in den Ruin treiben. Er ist verzweifelt. Da schlägt die wunderschöne Stationsärztin ein gewagtes Experiment vor, um seine Mutter zu retten …

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[Rezi] Bonsai – Chuck Palahniuk

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Cover zu „Bonsai“

Zusammen mit einer Handvoll anderer vermeintlicher Austauschschüler steigt Bonsai aus dem Flugzeug, wo sie von ihren Amerikanischen Gastfamilien freundlich aufgenommen werden. Bonsais Gastfamilie Cedar ist ganz so, wie er sich typische Amerikaner vorgestellt hat. Der Vater ist dick und massig wie eine Kuh, hat Mundgeruch, die Mutter dürr und knochig, mit einer hektischen Art wie ein Huhn. Ihren Sohn nennt Bonsai nur Schweinehundbruder. Einzig in der Tochter sieht er das Potenzial eines ernst zu nehmenden Gegners, die Verschlagenheit einer Katze, weshalb er sie für sich Katzschwester nennt.
 
Bonsai ist nicht in die USA gekommen, um die amerikanische Sprache und Kultur kennen zu lernen; im Gegenteil: Er ist Agent eines Landes, welches die korrupte, dekadente US-amerikanische Konsumkultur zerstört sehen will. Sein Auftrag ist Infiltration und dann ein Stich ins Herz des Landes. Wer sollte ein Rudel pubertierender Teenager schon als Bedrohung ansehen? Niemand. Doch ganz so einfach ist es auch wieder nicht, wird doch der dreizehnjährige Bonsai mit dem Problem konfrontiert, dass alle jugendlichen in seinem Alter durcheinanderbringt. Mädchen. Bei Bonsai ist dies die Katzschwester, aber nicht nur, weil seine Hormone mit ihm durchgehen. Katzschwester verhält sich zudem wie eine Agentin, was Bonsai erstaunt, aber auch verwirrt. Weiss sie von seinem Vorhaben? Hat sie einen ähnlichen Auftrag? Oder ist das einfach nur Zufall?

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[Rezi] Das Kainsmal – Chuck Palahniuk

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Cover zu „Das Kainsmal“

Buster „Rant“ Casey ist gestorben. Das erfährt man schon zu Beginn des Buches. Und weil er dadurch selbst nicht zu Wort kommen kann, tun das alle möglichen Freunde, Jugendfreunde die Familie, Bewohner seines Geburtsortes, Jugendfreunde und flüchtige Bekannte, die Rant oder die Folgen seines Lebens erlebt haben. Verschiedenste Stimmen kommen zur Sprache, und mit ihnen die skurrilsten Gestalten, die man sich vorstellen kann. Manchmal sind es einzelne Sätze, manchmal erstrecken sich die Interview-haften Aussagen über mehrere Seiten, aber niemals mehr.
 
Es entsteht ein rasanter Schlagabtausch von oftmals widersprüchlichen Aussagen, teils nahe der Wahrheit, teils weit davon entfernt. Rants eben, im englischen wörtlichen Sinne des Wortes. Und nimmt man all diese Rants zusammen entwickelt sich im Kopf des Lesers nach und nach ein authentisches Gesamtbild vom Leben und Wirken des Protagonisten Rant.
Und irgendwann hat man das Gefühl, Rant hat es wirklich einmal gegeben …

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