Şten hätte sich für seine Dummheit ohrfeigen können. Aber leider war sein Käfig so eng, dass er nicht einmal mehr das konnte. Mitten im Wald hing er einige Meter über dem Boden, sein Rücken schmerzte wegen der unbequemen Sitzposition und alle Versuche, den Käfig gewaltsam zu öffnen, waren misslungen.
Er verfluchte Zorpads Spiessgesellen. Sie hatten zu gute Arbeit geleistet. Gerade als Şten überlegte, ob es angenehmer wäre zu verdursten oder von einem wilden Tier gefressen zu werden, hörte er dröhnende Schritte wie von einem Rudel Elefanten und tiefe, brummende Stimmen. Bis zum Verdursten würde es wohl nicht kommen.
Nochmals versuchte sich Şten zu befreien, aber es war zwecklos. Einen Augenblick glaubte er, dass die Monster an ihm vorüberzogen, aber es war nur sein Wunschdenken. Şten erschrak, als sich die vermeintlich wilden Tiere als Trolle zu erkennen gaben. Trolle? Hier? In seinem ganzen Leben hatte er noch keinen einzigen gesehen.
Grund, sich über die Entdeckung zu freuen, hatte er nicht. Sofort hatten ihn die Trolle entdeckt und der grösste unter ihnen wollte sich einen Spass daraus machen, Şten zu zerquetschen. Şten hörte sein letztes Stündlein schlagen, doch der Anführer gebot Einhalt. Sie seien auf der Suche nach Sonnenmagiern. An einen dünnen Strohhalm klammernd erklärte sich Şten bereit, sie auf ihrer Reise zu führen. Aber statt ihn aus seiner misslichen Lage zu befreien, wie es sich Şten erhofft hatte, trugen ihn die Trolle einfach mitsamt seinem Käfig mit und machten sich auf den Weg.
Şten ächzte bei jedem Schritt vor Schmerzen und fragte sich, ob er nicht doch besser verdurstet wäre …
Schlagwort-Archiv: Monster
[FCh-Kurzrezi]Die Trolle – Christoph Hardebusch
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[FCh-Rezi] Die Drachen – Julia Conrad
Unter dem Dreigestirn der Drachengöttinen lebten die Menschen mit den Drachen von Land, Luft und Feuer einst friedlich nebeneinander. Doch Drydd vom Wasser, der von der Ehre der drei Schwestern nichts abbekam, war neidisch geworden. Zusammen mit seinem Sohn Zarzunabas, dem Heerführer über untote Geister und Kadaver, schmiedete er einen Plan, um die Herrschaft der drei Schwestern zu brechen.
Phuram der Sonnengott, ein niederer Drache im Vergleich zum Dreigestirn, fristete ein trübes Dasein unter den drei Schwestern. Seine Macht war nur gering. Ohne sein Mittwissen bezog ihn Drydd in die schrecklichen Machenschaften mit ein. Phuram beging Verrat. Zwar konnte er die Schwestern nicht töten, aber er zerstückelte und bannte sie mit drei mächtigen Schwertern, deren unheiliges Metall nicht von dieser Welt stammte.
Phurams Macht wuchs schlagartig und er genoss seine Herrschaft, während die Welt unter seinen unerbittlichen Strahlen litt und starb. Doch nicht alles lief nach Phurams Wunsch. Er wurde mit einem Fluch belegt. Eines Tages würde sich ein Schleier über sein Antlitz legen und dreizehn Auserwählten aus den Reihen der Menschen die Möglichkeit bieten, die Drachengöttinnen zu befreien.
Natürlich treffen die Anhänger Phurams alle erdenklichen Vorkehrungen, damit dieser Tag nie eintritt. Zarzunabas selbst bewacht die Ruhestätte der drei Schwestern. Ein fein gesponnenes Netz aus Magie verwehrt jedem Drachen den Eintritt. Nur die Menschen können es passieren. Doch da sind noch die untoten Scharen des Kadaverfürsten und Eisschichten mit der Dicke von Jahrtausenden, die ein Durchkommen verunmöglichen.
Wird die Welt je von der Herrschaft Phurams befreit werden? Oder wird es ihm letzten Endes gelingen, jeden Flecken der Erde mit seinem strahlenden Feuer zu verbrennen?
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