Der Inhalt
Der Ameisenprinz Nr.56 gerät zusammen mit einer Truppe Aufklärerinnen in einen Hinterhalt. Er überlebt als einziger und ist verwirrt. Was war das? Kein ihm bekanntes Tier hätte ein gutes Dutzend Ameisen mit einem Schlag töten können. Hatten die gelben Zwergameisen eine neue Geheimwaffe entwickelt? Oder war es etwas noch Schlimmeres?
Nr.56 eilt schleunigst zum Bau zurück, um seine Mitameisen zu informieren. Doch sie hören nicht auf ihn, glauben ihm nicht. Selbst die Königin will ihm nicht zuhören, wenn er ihr keine Beweise dieser Waffe oder dieses Angreifers bringen kann.
Der Prinz ist fest entschlossen, dem Mysterium auf den Grund zu gehen. Er kommuniziert mit Ammen, Soldatinnen und Arbeiterinnen, aber niemand ist bereit, mit ihm Erkundungen anzustellen. Da bemerkt er, dass ihn zwei ungewohnt riechende Soldatinnen verfolgen. Er versucht ihnen aus dem Weg zu gehen, aber sie lassen sich nicht abschütteln und sind auf Konfrontation aus. Nr.56 entkommt nur knapp mit dem Leben und schafft es, sich zu verstecken. Aber statt sich unbedeckt zu halten, wird Nr.56 nur noch mehr angespornt. Worauf ist er nur gestossen, dass ihm seine Artgenossen nach dem Leben trachten?
Etwa zur selben Zeit erbt der Mensch Jonathan Wells die gemütliche Parterrewohnung seines Onkels Edmond, der ein bekannter Ameisenforscher gewesen ist. Er zieht mit Ehefrau Lucie und Sohn Nicolas ein und kann es trotz der ausdrücklichen Warnung in einem Brief seines Onkels nicht lassen, in den tiefen, mysteriösen Keller hinabzusteigen. Er macht ein grosses Geheimnis um seine Erkenntnisse dort unten, erzählt nicht einmal seiner Frau davon und verbietet ihr und Nicolas ausdrücklich, nicht hinabzusteigen.
Jonathans Aufenthalte im Keller dauern immer länger. Auf einmal kommt er nicht mehr nach oben. Seine Frau geht ihn suchen und als auch sie nicht mehr zurückkehrt, folgt der Sohn.
Nacheinander verschwinden Feuerwehrmänner, Polizisten und Freunde des Alten Edmond im Keller, und bis auf einen wahnsinnigen Polizeibeamten ist kein einziger der Kellergänger wieder nach oben gestiegen. Was geschieht nur dort unten? Ist der Keller etwa verflucht?
Fazit
Bernard Werber schafft es mit unglaublicher Deutlichkeit die Welt der Ameisen aus ihrer Sicht zu beschreiben und verflechtet Fachwissen mit einer fesselnden, spannenden Geschichte. Für Leute wie mich, die keine Ahnung von diesen winzigen Insekten haben, ist der Roman enorm informativ und erstaunlicherweise nie langweilig.
Die Menschenhandlung steht allerdings auf verlorenem Posten. Im Vergleich zur Ameisenhandlung ist sie ein Witz. Die Figuren sind vage, ihre Motivationen/Handlungen undurchsichtig, die zwischenmenschlichen Verhältnisse trotz extremen Umständen zu wenig problematisiert. Ganz im Gegensatz zu den Ameisen.
Doch nichtsdestotrotz ist die Ameisenhandlung in die Ameisen (und in den beiden Folgeromanen) so unterhaltsam und gut gemacht, dass man Werber die schwächere Menschenhandlung verzeiht.
Sprache / Stil: 7/10
Figuren: 6/10
Handlung: 6/10
Schlusswertung: 6/10 Punkten.
~ Dani Vega
Die Ameisen. In: „Die Invasion“, S. 7-319.
Von Bernard Werber
Deutsche Übersetzung von Michael Mosblech.
Neuauflage, erschienen beim Heyne-Verlag, 2010. 319 (total: 1407) Seiten.
ISBN: 978-3-453-52726-3
